Die Legenden der Demoszene in Wien
Die Demoszene ist eine eigene Sub-Kultur von Kreativen Köpfen, die mehr mit Computern bzw. Konsolen machen wollen, als “nur” spielen, trifft sich regelmässig auch in Wien.
Die Demoszene ist eine eigene Sub-Kultur von kreativen Köpfen, die mehr mit Computern bzw. Konsolen machen wollen als “nur” spielen, trifft sich regelmässig auch in Wien.
Begonnen hat das Ganze in den frühen 80ern, wobei es damals darum ging, die Spiele, die eine Gruppe “crackte”, mit einer eigenen Signatur zu versehen – einem Intro! Die skurrilen kleinen Vorspänne kennt wohl jeder, der mit C64, Amiga und Konsorten groß wurde. Nach einiger Zeit spaltete sich jedoch die Szene und die talentierten Demo-Szener wollten nichts mehr mit der Crackerszene zu tun haben.
Mitte der 80er Jahre schlossen sich also Gruppen zusammen, die Wert darauf legten, in keinster Weise mit der Hacker- und Cracker-Szene in Zusammenhang gebracht zu werden und Demos (Effekte in Echtzeit) zu programmieren. Eine Gruppe bestand meist aus Programmieren, Grafikern und Musikern. Zu diesen Zeiten ging es primär darum, die Computer bis an die Grenzen auszunützen und Effekte auf den Bildschirm zu zaubern, die bisher niemand als möglich empfunden hatte.
Mit dem Einzug der PCs und deren beinahe unbegrenzten Möglichkeiten bzw. Rechenpower, änderte sich auch die Ausrichtung der Demo-Szene. Es ging plötzlich nicht mehr darum, eine Hardware bis an ihre Grenzen auszureizen (was seit dem Pentium 2 schier unmöglich ist), sondern man hatte die Möglichkeit etwas mittzuteilen und digitale Kunst auf den Bildschirm zu zaubern – das alles in Echtzeit wohlgemerkt – eine der Regeln die sich seit Beginn der Demos nicht geändert hat.
In der Demo-Szene engagierte Mitglieder unterscheiden sich meist durch ihre speziellen Fähigkeiten, Probleme auf eine andere Art und Weise zu lösen und sind somit auch sehr gefragte Leute in der Games-Industrie. Denn die Regeln, die einem auf der Universität gelehrt werden, gelten nicht für die Leute der Demo-Szene. Hier geht es darum, dass Maximale aus einer Hardware rauszuholen und somit sind vielen Engines etc. von Demo-Szenern entstanden.
Einige Beispiele dafür sind DICE , Entwickler von Battlefield 2, wo viele Demo-Szener arbeiten die in der DemoSzene als The Black Lotus bekannt sind. Auch Rockstar Vienna beheimatete einige der talentiertesten Programmieren der Gruppe Scoopex.
Mittlerweile feiern einige Gruppen der Demoszene ihr 20-jähriges Jubiläum und es gibt viele Portale und Initiativen, die Kultur und deren Produktionen zu archivieren, ehren und präsentieren.
Ein Wiener Verein namens [d]vision hat sich genau dies zum Ziel gesetzt und veranstaltet mittlerweile monatlich im Lokal werkzeugH im 5. Bezirk ein Demoscene-Meeting wo internationale “Stars” der Demoszene eingeladen werden und dort ihre Erfahrungen und Geschichten präsentieren.
Das nächste Meeting findet am Freitag, 15. Mai 2008 statt und dieses Mal kann man sich über die Star-Gäste dierk.chaos.ohlerich und tammo.kb.hinrichs der Gruppe Farbrausch freuen.
dierk.chaos.ohlerich : Demoscene Veteran seit den frühen Neunzigern in Sanity auf dem Amiga, nennenswerte Produktionen sind u.a. “world of commodore” and “arte“. Mit Farbrausch ist Chaos einer der erfahrensten Demoscene Programmierer, Pionier in der “procedural content generation” und Entwickler von custom tools wie .werkkzeug1 für 64k-Intros.
tammo.kb.hinrichs : Coder und Musiker in Farbrausch, u.a. verantwortlich für the.product oder dem V2 Synthesizer System .
Für das über the produkkt veröffentlichte Tool 96k game kkrieger erhielt Farbrauch eine doppelte Auszeichnung bei der Deutschen Entwicklerpreisverleihung 2006 und machte die Gruppe auch ausserhalb der Demoscene Community bekannt.
Und wer jetzt immer noch nicht von der Demo-Szene überzeugt ist, der sollte sich schleunigst debris ansehen und staunen, was eine Demo-Gruppe in 180 KiloByte zustande bringt – wohlgemerkt alles eigennützig und ohne Bezahlung.
Was zum Beispiel in 4 KiloByte an Grafik generiert werden kann, zeigt RGBA mit ixalena – procedual grafix kommen übrigens in sehr vielen Games zum Einsatz um die Texturen wie Wände etc. nicht eintönig erscheinen zu lassen.
Man könnte hier viele weitere Beispiele anführen, dessen Ursprung in der Demoszene sind und jetzt als Basis dafür dienen, dass Spiele wie Gears of War etc. so aussehen wie sie aussehen. Wer nun Lust bekommen hat, sich ein wenig mit der Demo-Szene zu befassen, der sollte einerseits am 16. Mai um 19:30 zum Demoszene Meeting ins werkzeugh kommen und sich bei Portalen wie pouet.net, bitfellas.org umsehen. Ein sehr komplettes Demo-Archiv findet man auf scene.org und eine Liste der Demo-Parties kann auf demoparty.net eingesehen werden.
Also – wir sehen uns hoffentlich am Freitag, 16. Mai 2008 im werkzeugh!
Davis Schrapel
Lucky_C_Harper








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