Der Kopf hinter Brütal Legend
Der Kopf hinter Brütal Legend hat eine lange Geschichte in der Videospielbranche. Wir stellen euch Tim Schafer vor.

Der Videospielherbst wird zur Zeit von großen Franchises bestimmt. Die Gespräche unter Branchenkennern drehen ihre Kreise meist um Titel wie Uncharted 2, Assassins Creed 2, FIFA 10, PES 2010,…
Unter den Hochkarätern nach der Sommerpause taucht aber ein Spiel auf, dass so garnicht ins Bild passt: Brütal Legend kommt ohne jede 2 oder 3 am Ende aus. Doch nicht nur die Größe der Franchise lässt diesen Titel herausstrahlen. Ein Spiel direkt aus dem vermeintlich kranken Hirn eines Heavy Metal-Fans, der grenzdebil komische Jack Black spricht den Protagonisten, ein Kampfsystem das Fans als innovativ, Kritiker vielleicht sogar als albern bezeichnen, kurzum:
Dieses Spiel ist anders, schräg, ja gar abgedreht.
Wenn man sich über die vielleicht bizarr anmutende Präsentation wundert, tritt bei Branchenkennern spätestens dann der AHA-Effekt ein, wenn sie merken, wer sich für dieses Spiel verantwortlich zeigt. Denn der Kopf hinter diesem Spiel steht seit jeher für Videospiele der etwas anderen Art: Tim Schafer.
Seit er in enger Zusammenarbeit mit Ron Gilbert, eine fruchtbare, gar kongeniale Freundschaft die bis heute anhält, die ersten beiden Monkey Island Teile mitentwickelte, steht der Name Schäfer für Humor der schrägsten Sorte in wirklich kniffligen Videospielen.
Und so könnte der Sprecher von Schafers neustem Projekt auch kaum passender gewählt sein. Kennt sich jemand in der Videospielbranche nicht aus und möchte wissen, wer Schafer ist, dem sei die einfache Faustformel gesagt: Schafer ist der Jack Black der Videospiele, optisch (schaut euch das Bild an) wie inhaltlich.
Bevor es von Monkey Island aber zu Brütal Legend ging, ist im Leben des Tim S. noch eine Menge passiert. Nach Ron Gilberts Weggang von LucasArts entwickelte Schafer als leitender Adventure-Programmierer so zeitlose Klassiker wie Day of the Tentacle oder Full Throttle. Das Adventure war seit jeher sein Genre, dort ist er Perfektionist. LucasArts sah sein Glück aber in anderen Ressourcen und bewegte sich immer weiter vom Point&Click-Genre weg, eine Entwicklung die Schafer nicht gefallen konnte.
So kam es, wie es kommen musste, im Januar 2000 verließ der Amerikaner die Spieleschmiede des großen Hollywood-Produzenten und eröffnete seine eigene Entwicklerfirma, Double Fine Productions. Dessen erster Titel brauchte fünf Jahre bis zum Release und konnte bestenfalls in Insiderkreisen begeistern. Psychonauts schien ein Bruch in der langen Liste von Schafers großen Erfolgen zu bedeuten.
Sein aktuelles Projekt erntete aber schon lange vor dem Release große Vorschusslorbeeren und wird mit einiger Sicherheit der nächste Triple AAA Titel aus Schafers Feder werden. Damit hätte er auch die Konsolen endgültig für sich erobert.
Anfang des Jahres wurde ihm die Ehre zuteil, als Gastgeber bei den renommierten Games Developer Awards zu fungieren. Eine außerordentliche Respektbekundung für ihn seitens der Branche. Schafers Reaktion?
Er programmierte kurzerhand ein kostenloses Point&Click-Miniadventure in dem er selber auf dem Hotelzimmer vor der Veranstaltung verzweifelt nach guten Gags für seinen Auftritt sucht. Er ist eben anders, schräg, ja gar abgedreht…
Davis Schrapel
Lucky_C_Harper








You must be logged in to post a comment.