Passen Games und Politik überhaupt zusammen? Teil 2

Die Diskussion zwischen Politik und Games geht in die zweite Runde. Wer gibt klein bei und wer gewinnt? Die letzten Typen des Überblicks gibt es hier.

 


Der Ringkampf zwischen Games und Politik geht in die zweite Runde. Nachdem im ersten Teil schon die Satire und die Hybriden abgeklappert wurden, geht es nun ans Eingemachte. Auf dem Plan stehen die Problemkinder der Politiker, erste Lichtblicke und warum die Politik die Gamer eigentlich gern haben können. Mit ‘Politik’ werden hier hauptsächlich und sofern nicht anders genannt, politische Amtsträger bezeichnet und keine Systeme … sonst würde dieser Artikel den Scrollbalken in die Knie zwingen.

Typ C) Unser Problemkind: das Gewaltspiel

Es gibt immens viel Literatur zu diesem Thema, deswegen ist es schwer diesen Typ nur kurz zu Umreißen. Dennoch wird der Diskurs um Gewaltspiele niemals alt. Es ist auch das beliebteste Argument der Politik, wenn es darum geht Videospiele aller Art an den Pranger zu stellen und zu sagen “Seht, was ihr angerichtet habt!” Aber warum dieser harsche Ton und was hat die Politik wirklich gegen Gewaltspiele? Hauptsächlich liegt es daran, dass das Wort ‘Gewalt’ nicht unbedingt in die Idealvorstellung des friedlichen Zusammenlebens passt. Egal ob Anhänger von Thomas Hobbes, Gläubige einer Weltreligion oder nachtaktive Rowdies – auf einen Nenner gebracht sollten alle Personengruppen in einem Raum zusammensitzen können ohne ein größeres Blutbad anzurichten. Das ist zumindest die Theorie. Die Realität, und auch die Realität der Videospiele, sieht anders aus. Ungeschönt wird gezeigt was in einem Anzugträger wächst und brodelt. Doch ein guter Ruf ist schnell zu verlieren und so scheiden sich die Geister von Politik und Games. Für die Politik scheint es um die Frage zu gehen, ob eine virtuelle Realität zusätzlich zu der jetzigen überhaupt zulässig ist. Was, wenn die Menschen den Unterschied nicht mehr erkennen können und dadurch emotional als auch körperlich verwahrlosen?

Entgegen der Bedenken ist das Miteinander von zwei Realitäten durchaus zu bejahen. Denn darum geht es doch eigentlich: Die Realität aus Politik und der Spieleindustrie in eine zu vereinen. Für Politiker ist klar, dass sie in die Ethik der Spiele eingreifen müssen, nebenher aber in ihrer eigenen Agenda Folter, Todesstrafe und Atombomben zum Schutz des eigenen Landes beibehalten wollen. Das entpuppt sich für jeden Spieler schnell als Doppelmoral. Er oder sie sieht wie eine virtuelle risikofreie (da primär nicht für ihn/sie selbst tödlich) Zweitrealität beschnitten wird.

Das künstlerische Werk von mehreren Designern, Schreibern, Programmierern und Entwicklern wird mit einem verbalen Kampfschlag dem Erdboden gleichgemacht. Die Anwendung dieser Methode bestätigt indirekt, dass Gewaltspiele einen wahren und oft schmerzhaften Kern haben, denn … so sind wir Menschen manchmal. Es ist auch unklar auf welche Seite sich die Politik stellt, werden die Spieler verdammt, die Entwickler, das Produkt selber oder gleich alle zusammen?

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